ETEP (Entwicklungstherapie/Entwicklungspädagogik nach M. Bergsson

Im Unterricht nach den Prinzipien von ETEP werden sozial-emotionale Kompetenzen und das verantwortungsvolle Verhalten von Kindern gefördert. Anhand eines entwicklungspädagogischen Lernziel-Diagnosebogens wird genau das Fähigkeitsprofil eines Kindes in den Bereichen Verhalten, Kommunikation, Sozialisation und Schulleistung beschrieben. Daraus leiten sich die individuellen Entwicklungsziele für das Kind ab, die dann im Unterricht erarbeitet werden.   Die vier Leitgedanken dieses Unterrichts sind:

1. Der Blick richtet sich auf die Stärken eines Kindes, um somit sein Selbstvertrauen zu fördern.
2. Jedes Kind hat seinen eigenen einzigartigen Entwicklungsweg.
3. Die Freude und der Erfolg müssen gewährleistet sein, um konstruktive Veränderungen zu erreichen
4. Persönlich als auch gesellschaftlich bedeutsame Erfahrungen werden vermittelt.

Unserer Schule stehen für dieses Unterrichtsangebot fünf Lehrerstunden zur Verfügung, vier Stunden für die Arbeit mit den Kindern und eine Beratungsstunde.
„Heute habe ich mein Ziel erreicht, denn ich habe mich vier Mal gemeldet !“
Am Unterricht nehmen 8-10 Kinder einer Jahrgangsgruppe teil, die von zwei dazu ausgebildeten Lehrerinnen (ETEP- EUROPE - Zertifikat) unterrichtet werden. Eine Lehrerin führt die Handlungsanweisungen durch und die andere, übernimmt die Assistenz. Das heißt, sie beobachtet die Kinder genau und muss verschiedene Interventionsstrategien anwenden. Im Unterricht haben die Kinder die Gelegenheit individuelle Ziele zu trainieren. Ein Ziel ergibt sich aus dem vorher durchgeführten Diagnosebogen, der mit der Klassenlehrerin oder auch dem Kind durchgeführt wurde. Mögliche Ziele sind z.B.: Ich warte bis ich an der Reihe bin; Ich mache meine Arbeit sorgfältig fertig; Ich bleibe ruhig und gelassen, wenn andere mich ärgern; Ich räume meine Arbeitsmaterialien vom Tisch. Der Unterricht ist vom Ablauf immer gleich strukturiert. Den Kindern wird zu Beginn der zwei Stunden der geplante Ablauf anhand von Symbolkarten verdeutlicht. Äußere Strukturierung dient dem Kind dazu, inneren Halt zu finden. Die Zeit, der Raum, die Personen, die didaktisch-methodische Auswahl und die Interventionsstrategien sind Teil der Strukturierung.

Wir beginnen im Sitzkreis und lesen eine Geschichte vor. Hier können die Kinder schon ihre individuellen Ziele trainieren. Zum Beispiel: leise zuhören können, erst melden dann sprechen, usw.
Danach folgt eine Arbeitsphase in Deutsch, immer passend auf die Geschichte abgestimmt. Meistens ein Arbeitsblatt, das dem Leistungsniveau der Gruppe angepasst ist. Es darf nicht höhere Anforderungen haben, da mit diesen Übungen immer Erfolg garantiert werden soll und vorrangig die Ziele der Kinder trainiert werden.

Die Bewegungsphase beinhaltet ein Spiel, wobei ein Teil des Inhaltes der Geschichte aufgegriffen wird.

Anschließend folgt eine gestalterische Phase. Hier werden Aspekte der Geschichte in künstlerischer Form wiedergegeben. Mit Buntstiften, Pinsel, Schere, Kleber werden Einzel-, Partner- oder Gruppenarbeiten hergestellt. Hier können die Kinder u.a. ihre Ziele im Arbeitsverhalten mit Mitschülern trainieren. Es folgt die letzte Arbeitsphase im Bereich Rechnen. Dem Gruppenniveau angepasste Rechenaufgaben sind zu lösen.

Den Abschluss bildet der sehr begehrte Imbiss. Hierbei setzen sich alle zusammen an einen Gruppentisch und erhalten einen kleinen Imbiss, in Form von Keksen, Obst oder Süßigkeiten.

Zum Abschluss findet ein Gespräch über die Ziele der Kinder statt. Am schönsten ist es natürlich, wenn ein ruhiges Kind über sich selbst reflektiert: „Heute habe ich mein Ziel erreicht, denn ich habe mich vier Mal gemeldet!“